Fortsetzung der Jugendamtsleitungs-Fortbildungsreihe

Das IKPE ist Anfang April 2025 mit der Fortbildungsreihe "Leitung gestaltet Veränderung" für Thüringer Jugendamtsleitungen gestartet, in Kooperation mit Kommune 360° sowie mit Unterstützung der Auridis Stiftung. Dr. Heike Schaarschmidt (IKPE), Prof. Dr. Theresa Hilse-Carstensen (IKPE) luden zusammen mit Sarah Wagner (Kommune 360°) und Sven Braune (Kommune 360°) letzte Woche zum zweiten Modul wieder nach Bad Blankenburg ein. Die Veranstaltung lebt von einem Wechsel aus Inputs und Reflexionen. Die Reflexionen knüpfen an die Bereitschaft, die eigene Haltung und das persönliche Handeln zu hinterfragen, sie sind zum einen individuell ausgerichtet und zum anderen bieten sie Anlässe zum Austausch zwischen den Jugendamtsleitungen.

Das 2. Modul stand unter dem Motto: Wie kann ich integrierte Ansätze und (mehr) Zusammenarbeit in meinem Jugendamt und anderen Teilen der Verwaltung voranbringen? Was hilft mir dabei? Im Mittelpunkt standen Themen wie, welche Rollen bestehen stets in einer Zusammenarbeit, welche Absichten und Funktionen liegen ihnen inne und wie können sie konstruktiv beantwortet werden. Dem schlossen Informationen zum Konzept der psychologischen Sicherheit und reflektierenden Fragen an, wie geht es einerseits mir selber damit und andererseits, wie kann ich diese den Mitarbeitenden vermitteln.

Die Reflexion zu den Gestaltungsfeldern von partnerschaftlicher Zusammenarbeit zielten insbesondere auf den nicht sichtbaren Teil des Eisbergs, auf die kulturelle Ebene der gelebten Praxis, auf die Kultur im täglichen Handeln, z.B. auf ungeschriebene Regeln, Arbeits-und Führungskulturen. Das heißt die sichtbaren Elemente von Zusammenarbeit wie Leitbilder, Konzepte, Gremienstrukturen, Kommunikations- und Entscheidungsprozesse, Geschäftsordnungen etc. sind der sichtbare Eisberg. Doch Zusammenarbeit wird weitreichend von dem unsichtbaren Teil des Eisberges unter Wasser bestimmt. Und dieser unsichtbare Teil ist stets spürbar.

Ausgehend von dem Konzept der sozialen Rollen in der Zusammenarbeit nach David Kantor, in dem insbesondere die Funktionen der "Treiber*in", der "Anhänger*in", der Widerständler*in" und der Beobachter*in" reflektiert werden, wurde natürlich gefragt, wer bin ich und wie viele, wo sehe ich mich? Und wie gehe ich mit Widerstand um? Was ist, wenn es in eigentlich erforderlichen Veränderungsprozessen keine Treiber*in gibt? Und die Frage, wie sage ich es in einer Hierarchie, wie kann ich den kommunikativen Umgang gestalten und psychologische Sicherheit gestalten oder auf fehlende reagieren? Es ist zu erahnen, dass diese Fragen sowohl eine intensive persönliche Reflexion als auch im kollegialen Austausch auslösten. In kollegialer Beratung wurden sehr konkrete Herausforderungen beraten.

Die Begegnungen auf Augenhöhe sind erneut wieder gelungen. Und dafür einen ausdrücklichen Dank an alle Jugendamtsleiter*innen!

Zurück